Lesung & mehr

Sonntag, 28. Januar 2007

tagwort

No. 1751

4. Sonntag im Jahreskreis

1. Lesung | Jer 1,4-5.17-19
Die Berufung Jeremias zum Propheten / Zwei Visionen

Antwortpsalm | Ps 71,1-2.3.5-6.15 u. 17
Gott, die Zuflucht bis ins Alter

2. Lesung | 1 Kor 12,31-13,13
Der eine Leib und die vielen Glieder / Die höheren Gnadengaben - das Hohelied der Liebe

Evangelium | Lk 4,21-30
Die Ablehnung Jesu in seiner Heimat

Namenstag | Thomas v. Aquin, Karl d. Gr., Manfred, Irmund
Thomas v. Aquin


Hallo und herzlich willkommen,

zu den heutigen Lesungen muss gesagt werden, dass als zweite Lesung auch die Kurzfassung 1 Kor 13,4-13 gelesen werden kann.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Ihr Marcus A. Graf

 


 

1. Lesung | Jer 1,4-5.17-19

Die Berufung Jeremias zum Propheten / Zwei Visionen

In den Tagen Joschijas, des Königs von Juda,
4
erging das Wort des Herrn an mich:
5 Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.

17 Gürte dich, tritt vor sie hin und verkünde ihnen alles, was ich dir auftrage. Erschrick nicht vor ihnen, sonst setze ich dich vor ihren Augen in Schrecken.
18 Ich selbst mache dich heute zur befestigten Stadt, zur eisernen Säule und zur ehernen Mauer gegen das ganze Land, gegen die Könige, Beamten und Priester von Juda und gegen die Bürger des Landes.
19 Mögen sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten - Spruch des Herrn.

 

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Antwortpsalm | Ps 71,1-2.3.5-6.15 u. 17

Gott, die Zuflucht bis ins Alter

Kehrvers (R) | Ps 71,15a

"Mein Mund soll künden von deiner Gerechtigkeit."

(GL 717,1)



Herr, ich suche Zuflucht bei dir. / Lass mich doch niemals scheitern!
Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit, / wende dein Ohr mir zu und hilf mir! - (R)

Sei mir ein sicherer Hort, / zu dem ich allzeit kommen darf. Du hast mir versprochen zu helfen; / denn du bist mein Fels und meine Burg. - (R)

Herr, mein Gott, du bist ja meine Zuversicht, / meine Hoffnung von Jugend auf.
Vom Mutterleib an stütze ich mich auf dich, / vom Mutterschoß an bist du mein Beschützer; / dir gilt mein Lobpreis allezeit. - (R)

Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden / und von deinen Wohltaten sprechen den ganzen Tag; / denn ich kann sie nicht zählen.
Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf / und noch heute verkünde ich dein wunderbares Walten.- R

 

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2. Lesung | 1 Kor 12,31-13,13

Der eine Leib und die vielen Glieder / Die höheren Gnadengaben - das Hohelied der Liebe

Brüder!
31
Strebt nach den höheren Gnadengaben! Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt:

1 Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
2 Und wenn ich prophetisch reden könnte / und alle Geheimnisse wüsste / und alle Erkenntnis hätte; / wenn ich alle Glaubenskraft besäße / und Berge damit versetzen könnte, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich nichts.
3 Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte / und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, / hätte aber die Liebe nicht, / nützte es mir nichts.
4 Die Liebe ist langmütig, / die Liebe ist gütig. / Sie ereifert sich nicht, / sie prahlt nicht, / sie bläht sich nicht auf.
5 Sie handelt nicht ungehörig, / sucht nicht ihren Vorteil, / lässt sich nicht zum Zorn reizen, / trägt das Böse nicht nach.
6 Sie freut sich nicht über das Unrecht, / sondern freut sich an der Wahrheit.
7 Sie erträgt alles, / glaubt alles, / hofft alles, / hält allem stand.
8 Die Liebe hört niemals auf. / Prophetisches Reden hat ein Ende, / Zungenrede verstummt, / Erkenntnis vergeht.
9 Denn Stückwerk ist unser Erkennen, / Stückwerk unser prophetisches Reden;
10 wenn aber das Vollendete kommt, / vergeht alles Stückwerk.
11 Als ich ein Kind war, / redete ich wie ein Kind, / dachte wie ein Kind / und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, / legte ich ab, was Kind an mir war.
12 Jetzt schauen wir in einen Spiegel / und sehen nur rätselhafte Umrisse, / dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, / dann aber werde ich durch und durch erkennen, / so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
13 Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; / doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

 

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Evangelium | Lk 4,21-30

Die Ablehnung Jesu in seiner Heimat

In jener Zeit
21
begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.
22 Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs?
23 Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat!
24 Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.
25 Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam.
26 Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon.
27 Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.
28 Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut.
29 Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen.
30 Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

 

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Namenstag | Thomas v. Aquin, Karl d. Gr., Manfred, Irmund

Thomas v. Aquin

Der Name bedeutet: der Zwilling (hebr.)

Thomas von Aquin, Mönch, Kirchenlehrer
* um 1226 auf Schloss Roccasecca
+ 7. März 1274 im Kloster Fossanuova südlich von Rom

Thomas, geboren als Spross des italienischen Grafengeschlechts derer von Aquino, kam mit fünf Jahren als "Oblate", als gottgeweihtes Kind, zu den Benediktinern ins Kloster auf dem benachbarten Montecassino, wo sein Onkel Abt war, der ihn für eine große Karriere präparieren sollte. Mit 14 Jahren studierte Thomas in Neapel und lernte dort den jungen Dominikanerorden kennen. Gegen den Willen der Eltern trat er 1243 in diesen Orden ein. Um ihn von dieser Entscheidung abzubringen, entführte seine Familie ihn und hielt ihn über ein Jahr lang im eigenen Schlossturm gefangen. Thomas blieb aber unbeugsam. Die Familie beauftragte einer Überlieferung zufolge deshalb eine Frau von betörender Schönheit, um den hauseigenen Häftling endgültig von seinen Überzeugungen zu kurieren und zu Sinnenfreuden zurückzuführen. Im Erfolgsfall wurde ihr eine hohe Belohnung versprochen, doch selbst diese Methode schlug bei dem glaubensfesten Thomas nicht an: er jagte die Dame mit einer brennenden Fackel in die Flucht. Mit Hilfe einiger verkleideter Ordensbrüder soll ihm schließlich die Flucht aus dem Familiengefängnis gelungen sein.
Nach seiner Befreiung folgten 1244 bis 1248 weitere Studien in Bologna, in Paris und in Köln bei Albertus Magnus. Mit philosophisch-theologischen Vorlesungen begann er 1252 die eigene Lehrtätigkeit zunächst in Paris, später in Italien, schließlich in Rom mit verschiedenen Ämtern im Vatikan. Dort entstand sein bekannteste Werk, die bis heute wegweisende "Summa Theologiae", das "Lehrbuch der Theologie". In der "Summa contra gentiles", dem "Lehrbuch gegen die (ungläubigen) Völker", setzte er sich tiefschürfend mit der arabischen Philosophie auseinander.
Thomas war der wohl größte katholische Theologe aller Zeiten. Er bemühte sich in seinen Werken Glaube und Vernunft, Philosophie und Theologie zusammen zu bringen, war ein glasklarer Denker von höchster analytischer Intelligenz, zugleich aber auch ein frommer Beter und demütig Glaubender. Sonne, Stern, Edelstein, mit denen er dargestellt wird, symbolisieren sein "Geisteslicht", mit der er die Kirche erleuchtet; die Taube aus seinem Mund oder ihm ins Ohr flüsternd symbolisiert sein Weisheit. Die Legende schreibt ihm einen kurzen Dialog unter einem Kreuz zu: Er habe die Stimme Gottes gehört: "Du hast gut von mir geschrieben; welchen Lohn verlangst Du?" Darauf Thomas: "Nur Dich allein, Herr. Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir wie Spreu vor!"
Thomas gilt als der Meister der "Scholastik", des schulmäßigen und systematischen ordnens der Lehre der Kirche in einem strengen System. Aber Thomas ließ sich auch ganz unbefangen auf weltliche Fragestellungen, Impulse anderer Kulturen und Religionen, Anfragen von Nicht-Glaubenden ein. Die Autorität einer Kirchenführung allein genügte nicht, wichtig waren Argumente, Gründe, der Vollzug und die Ergebnisse eines streng systematischen Denkens. "Thomas hört zu, prüft, nimmt an und verwirft. Er ist ein neuer Denker, ein selbständiger Denker." (Walter Dirks)
Auf dem Weg zum 2. Konzil von Lyon, wohin ihn der Papst als Berater geladen hatte, starb er in der Zisterzienserabtei Fossanuova; legendäre Gerüchte sprechen von Vergiftung. Er selbst hatte alle Würden immer abgelehnt, nach seinem Tod wurde er aber zum Bischof von Umbrien erklärt. Thomas' Gebeine wurden am 28. Januar 1369 nach Toulouse überführt.

Kanonisation: Thomas wurde 1323 heilig gesprochen, 1567 zum Kirchenlehrer, 1880 zum Patron aller katholischen Hochschulen und seine Lehre, der "Thomismus", 1879 zur offiziellen Philosophie der Kirche erklärt.

Attribute: Sonne, Stern, Edelstein, Taube

Patron der katholischen Wissenschaft und der katholischen Schulen und Hochschulen, der Theologen, Philosophen, Studenten, Buchhändler und Bleistiftfabrikanten, gegen Blitz, Unwetter und Sturm, für Keuschheit und Reinheit

mit freundlicher Unterstützung vom
Ökumenischen Heiligenlexikon
http://www.heiligenlexikon.de

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