| Namenstag
| Matthias, Eunike, Ethelbert,
Ida, Irmengard, Johannes Baptist Berthier, Abbe Franz Stock
Matthias
Der
Name bedeutet: Gottes Geschenk (griech.-hebr.)
Matthias,
Apostel, Märtyrer
+ 63 (?) in Äthiopien (?)
Von
Matthias gibt es wenig sichere Nachrichten; er kam nach der Himmelfahrt
Christi durch das Los
- auch Joseph Barsabbas stand
zur Wahl - als Nachrücker in
das Apostelkollegium, um den Platz des Judas einzunehmen (Apg
1,28). Nach unsicheren Berichten stammte Matthias aus einer
wohlhabenden Familie
in Bethlehem; er habe Jesus in jungen Jahren kennen gelernt und zu den 70
Jüngern
gehört, die der zur Verkündigung des Reiches Gottes aussandte (Lk
10,1).
Matthias wirkte nach verschiedenen Legenden in Judäa für den Glauben,
wurde wegen seiner Heilungen, Bekehrungen und gelehrten Predigten beim Hohen
Rat verklagt, zum Tode verurteilt, gesteinigt und nach römischem Brauch
mit dem Beil enthauptet. Anderen Überlieferungen zufolge soll er in Griechenland
oder im Kaukasus oder in Äthiopien den Glauben verkündet haben und
im Jahr 63 zuerst gesteinigt, dann mit dem Beil erschlagen worden sein. Einer Überlieferung
zufolge soll ihn nach vorübergehender Blendung und wunderbarer Wiedererlangung
des Augenlichts der Apostel Andreas aus den Händen von Menschenfressern
gerettet haben, so dass er eines friedlichen Todes starb. Schon im 2. Jahrhundert
kursierte eine nur bruchstückhaft erhaltene Evangelienschrift unter seinem
Namen.
Matthias' Reliquien sollen in Rom in S. Maria Maggiore bestattet worden,
dann in Teilen mit Unterstützung von Helena, der Mutter Kaiser Konstantins, durch
Bischof Agritius nach Trier gebracht worden sein; schriftliche Zeugnisse darüber
liegen erst aus dem 9. Jahrhundert vor. Ein Matthias-Kult entfaltete sich in
Trier seit der Wiederauffindung der zeitweise verschollenen Reliquien um 1050.
Weitere Reliquien liegen in Pavia.
Die Volksfrömmigkeit entwickelte zahlreiche Bräuche: in Böhmen
schüttelte man an den Obstbäumen für eine reiche Ernte. In der
Matthias-Nacht legte man Efeublätter in Wasser; war eines am nächsten
Morgen durchweicht, drohte Krankheit. In der Matthias-Nacht werden durchs Los
Liebes- und Todesorakel eingeholt - im Hintergrund steht dabei die Wahl des Apostels
durch ein Los. In Böhmen wollte man durch magische Handlungen, Schütteln
der Obstbäume und Schreien die Obsternte günstig beeinflussen.
Attribute:
Schwert, Beil, Hellebarde, Steine
Patron von Goslar, Hannover, Hildesheim; der Bauhandwerker, Zimmerleute,
Schreiner, Schmiede, Metzger, Schweinehirten,
Schneider und Zuckerbäcker; zum Schulbeginn
von Jungen; gegen Blattern, Keuchhusten, eheliche Unfruchtbarkeit
Bauernregeln (für den 24. Februar): "Mattheis / bricht das Eis."
"Mattheis bricht's Eis - find er keins, so macht er eins."
"St. Matthias hab' ich lieb, / denn er gibt dem Baum den Trieb."
"Wie's Petrus und Matthias macht, / so bleibt es noch durch vierzig Nacht."
"Hat Mattheis sei' Hack verlor'n, / wird erst St. Joseph das Eis durchbohr'n."
"Wenn Mattheis kommt herbei, / legt die Henne das erste Ei."
"Tritt Matthias stürmisch an, wird bis Ostern Winter sein." |