| Namenstag
| Adalbert, Georg, Gerhard,
Albrecht, Aegidius, Pusinna
Adalbert
Der Name bedeutet: durch Adel glänzend (althochdt.)
Adalbert (Vojtech) von Prag, Glaubensbote bei den Pruzzen, Bischof von Prag, Erzbischof von Gnesen, Märtyrer
* um 956 in Libesice in Ostböhmen
+ 23. April 997 bei Tentikken bei Fischhausen, dem heutigen Primorsk in Russland
Adalbert, mit bürgerlichem Namen Wojtech, war Sohn eines böhmischen Fürsten aus dem Hause der Slavniks, seine Mutter war mit dem deutschen König Heinrich I. verwandt. Wojtech war ein aufgewecktes Kind, doch eine schwere Krankheit bewog seine Eltern, ihren Sohn der Gottesmutter Maria zu versprechen und ihn für den geistlichen Beruf zu bestimmen.
Wojtech ging in Magdeburg zur Schule, wurde 981 in Prag zum Priester geweiht und bereits zwei Jahre später dort Bischof. Die in Böhmen herrschende Dynastie der Premysliden wollte mit der Ernennung des Sohnes aus dem konkurrierenden Fürstenhaus der Slavniks Ruhe schaffen. Adalberts Amtszeit endete aber in einem Fiasko: er konnte sich in den politischen Zwistigkeiten und gegen die Widersacher seiner Reformen für den Klerus nicht durchsetzen, legte deshalb 989 sein Amt nieder, musste nach Rom fliehen und wurde Benediktinermönch auf dem Aventin.
Die Böhmen wollten Adalbert dann doch zurückhaben, sie wurden dabei unterstützt vom Mainzer Bischof und dem Papst. Zusammen mit zwölf Mönchen kehrte er 992 nach Prag heim, gründete das Kloster Brevnov, das bald zu einem religiös-kulturellen Zentrum wurde - und bis zur Unterdrückung durch den Kommunismus nach 1945 blieb - und amtierte wieder als Bischof von Prag. Von dort aus unternahm er Missionsfahrten nach Ungarn, wo er wohl König Geysa und König Stephan I. taufte, und nach Polen, wo er Erzbischof von Gnesen - dem heutigen Gniezno - wurde.
Erneut führte Adalberts Sittenstrenge zu Widerständen bei Klerus und Volk; 994 musste er wieder nach Rom in ein Kloster fliehen. Nachdem 996 seine Familie ermordet worden war, zwang ihn der Gehorsam gegenüber Papst und Kaiser aber wieder zur Rückkehr. Seine Gegner hatten in Prag inzwischen die weltliche Macht übernommen, so dass er zunächst nach Mainz ging, wo er im Umfeld von Kaiser Otto III. wirkte.
Schließlich begab Adalbert sich mit tatkräftiger Unterstützung des polnischen Herzogs Boleslav I. zur Mission bei den Pruzzen, blieb aber ohne Erfolg. Dabei wurde Adalbert am Frischen Haff mit einem Ruder erschlagen und mit Spießen durchbohrt. Ein Adler soll seinen Leichnam bewacht haben, bis er in Gnesen im um 1000 erbauten Dom bestattet werden konnte; Boleslav I. habe seinen Leichnam mit Gold aufwiegen lassen und so losgekauft.
Adalberts Gebeine ruhen seit 1039 im Veitsdom in Prag. Trotz seines Misserfolgs gilt er als Missionar Preußens. Das Adalbertkreuz in Tentikken wurde 1831 errichtet, 1945 zerstört, zum eintausendsten Todestag 1997 wieder aufgebaut.
Kanonisation: Schon 999 erfolgte die Heiligsprechung durch Papst Silvester II.
Attribute: Adler, Keule, Ruder, Spieße
Patron von Preußen und Böhmen |